Die Geschichte des öffentlichen Personenverkehrs läßt
sich in Wien bis in das Jahr 1744 mit der Erwähnung der "Zeiserlwagen",
das sind Leiterwagen mit Sitzbänken, zurückverfolgen. Mit der Zeit
wurden diese Fahrzeuge bequemer ausgestattet und die Pferde-"Omnibusse",
von lat. omnibus für alle, prägten nunmehr nicht nur den Zubringerverkehr
aus den Vororten, sondern auch den innerstädtischen Verkehr. Die Schleifung
der Stadtmauern und die Erfindung des Autos und in weiterer Folge die des Motor
-Omnibus
trugen zum sechswöchigen Probebetrieb der "Vienna General Omnibus
Compagnie" zwischen dem Stephansplatz und dem Südbahnhof ab 7. Oktober
1905 bei. Die Gemeinde Wien verhielt sich, ob der großen Erfolge mit den
elektrischen Straßenbahnen, zurückhaltender und begann erst am 23.
März 1907 mit dem Probebetrieb auf der Strecke Simmeringer Hauptstraße
- Kaiserebersdorf. Sieben Monate später folgte die "Automobil-Stellwagenlinie"
von Floridsdorf über Leopoldau nach Kagran. Beide wurden aber auf Straßenbahnbetrieb
umgestellt und die Fahrzeuge in Lkw umgebaut bzw. an die Armee übergeben.
Im August 1908 übernahm die Gemeinde Wien die "Vienna General Omnibus
Compagnie", führte aber den Stellwagenbetrieb mit Pferdeomnibussen
fort, erst 1912 wurden 13 mit Akkumulatoren und Radnabenmotoren ausgestattete
Fahrzeuge eingesetzt. Zwar wurden nach einem Jahr Probebetrieb mit verschiedenen
benzinbetriebenen Konstruktionen noch Fahrgestelle und Aufbauten bestellt, doch
der ausbrechende Erste Weltkrieg beendete den gesamten. In den Jahren 1928/29
kam es zum endgültigen Durchbruch des Autobus mit der Inbetriebnahme von
103 Fross-Büssing-Bussen der Type "W IV O". Der Wagenkasten konnte
schnell vom Fahrgestell getrennt werden, sodass im Falle von Unfallbeschädigungen
der Wagenkasten repariert werden konnte, währen
d
das Fahrgestell mit einem anderen Wagenkasten weiterhin im Einsatz stand. Ab
1936 kamen auch Dieselbusse zum Einsatz; 1938 kam die Umstellung auf Rechtsverkehr,
die problemlos von statten ging, da bereits beim Bau der Busse diese Option
berücksichtigt wurde. Mit dem Zweiten Weltkrieg wurde der Autobusbetrieb
immer mehr zurückgenommen, und ab 1. Jänner 1942 überhaupt nur
mehr auf die Linie 20 beschränkt, die mit Stadtgas, das in einem einachsigen
Anhänger mitgeführt wurde, betrieben wurde.
Nachdem bereits 1908 erstmals Obusse mit einer zweidrähtigen Oberleitung
zwischen Pötzleinsdorf und Salmannsdorf eingesetzt wurden (1938 eingestellt),
kam es in den Jahren 1943/44 zwischen Währinger Gürtel und Sallmannsdorf
zur Errichtung einer Obus-Linie, die jedoch wegen
der widrigen Verhältnisse erst 1946 in Betrieb genommen werden konnte.
In diese Zeit fällt auch die Verwendung von Anhängern, die bis 1961
in Betrieb standen; drei Jahre davor wurde auch der Obusbetrieb in Wien eingestellt.
(siehe auch Die
Obuslinie 22)Die fünfziger Jahre waren durch umfangreiche Versuche
gekennzeichnet, ehe sich 1958 der Großraum-Trambus mit Un
terflurmotor
und Automatikgetriebe als Standardwagen herauskristallisierte. Einen weiteren
Aufschwung erhielt das Autobuswesen durch die Umstellung von Straßenbahnlinien
auf Busbetrieb. Um dieser Entwicklung Folge zu leisten wurden am Beginn der
sechziger Jahre die Betriebsgaragen Spetterbrücke und Raxstraße gebaut,
und die ehemalige Straßenbahnremise Grinzing vollkommen für den Busbetrieb
adaptiert. Etwa zur selben Zeit kamen auch Doppeldeckerbusse
zum Einsatz, die ab 1976 durch eine neue Serie ersetzt wurden, welche mittlerweilen
bereits außer Betrieb gestellt ist. Ebenfalls nicht mehr im Fahrgastbetrieb
befinden sich die in zwei Serien gebauten City-Busse von Steyr, die in den Jahren
1976 bis 1995 vor allem in der Innenstadt im Einsatz standen. Ab 1963 wurde
begonnen, Dieselbusse für den Diesel-/ Flüssiggas-Mischbetrieb umzurüsten,
die Neubauwagen wurden dann überhaupt nur mehr mit "Otto-Motoren"
für den reinen Flüssiggasbetrieb angeliefert.
Ab 1963 kamen auch Gelenkbusse zum Einsatz, die heute mit
rund 160 Exemplaren die kapazitätsmäßig größten Busse
sind. Doch auch bei dieser Gattung nimmt der technische Fortschritt seinen Lauf
und nach dem Ausscheiden der letzten GU 230/54/69A (81er-Serie) im Dezember
1996 kam es ab Juni 1997 zur Auslieferung der ersten Serie von 70 Niederflur-Gelenkbussen,
mit 48 Sitz - und 96 Stehplätzen. Der Niederflur-Gelenkbus verfügt
über drei stufenlose und einen zweistufigen Einstieg. Stationiert wurden
die ersten Busse in der Betriebsgarage Spetterbrücke, von wo sie auf der
Linie 48A eingesetzt wurden. Dass auch diese Busse mit Flüssiggas betrieben
werden versteht sich schon fast von selbst - somit verfügen die Wiener
Linien, wie stolz auf Plakaten verkündet, über die umweltfreundlichste
Busflotte der Welt. Niederflurbusse sind bei den Normalbussen
bereits seit 1992 im Einsatz, im Juli 2000 waren 190 Stück ausgeliefert.
Sie folgen den bewährten, mit Brosebändern, Lautsprecheranlage und
Betriebsfunk ausgerüsteten Fahrzeugen der Type LU
200 M11, die, mit MAN-Motoren ausgerüstet, von den Firmen ÖAF
Gräf & Stift und Steyr in den Jahren 1978 bis 1992 in insgesamt 344
Exemplaren gebaut wurden. Der kleinere Bruder der NF-Normalbusse, der Midibus
ist in insgesamt 20 Exemplaren seit 29.03.1993 im Linieneinsatz. Ab August 2001
kam eine neue Generation Normal-Linienbusse zum Einsatz, die die Bezeichnung
NL 243 M12-LPG trägt und die die
Nummern ab 8501 tragen. Ihnen folgten ab März 2004 Gelenkbusse mit der
Bezeichnung NG243. 2005 kamen dann als Ersatz für die Midibusse neue Kutsenits
KB235 dazu; ab November 2005 kamen dann neue, zweitürige Normalbusse
mit der Bezeichnung NL 273 (Baureihe 8400) dazu, der Ersteinsatz
war am 7. November auf der Linie 8A.